Sonderpreis der Umweltehrung 2025:

Philipp Elsässer

Philipp Elsässer

Sonderpreis die Umweltehrung 2025: Philipp Elsässer

Der Sonderpreis der Umweltehrung 2025 geht an Philipp Elsässer

Klimakampagne Herzogenrath Separator Klima

Dürfen wir vorstellen? Der Gewinner des Sonderpreises der Umweltehrung 2025: Philipp Elsässer. Ein inspirierender Mensch, der mit Leidenschaft zeigt, wie vielfältig gelebter Naturschutz aussehen kann. Wir haben ihm 5 Fragen gestellt: In seinen Antworten erfährst du mehr über sein Engagement und was ihn antreibt.

Wie würden Sie ihre Arbeit jemandem beschreiben, der noch nie davon gehört hat?

Ich verfolge verschiedene Initiativen, mal als Individuum, mal mit anderen Menschen zusammen. Immer im Mittelpunkt: Die Natur, was sie ist, wie wir sie brauchen und von ihr leben, wie sie uns hilft, wie wir sie schützen können.

Einen systematischen Ansatz habe ich nicht; ich lasse mich anregen und einbinden, manche Dinge sind von langer Hand geplant, manche spontan ausgedacht und umgesetzt. Einige der Mini-Projekte laufen länger, andere nur ein halbes Jahr, ganz wie es sich anbietet.

Ich betreue und pflege Streuobstwiesen in den Kommunen Herzogenrath und Würselen. Dort werden alte Obstsorten auf Hochstammbäumen angebaut und erhalten. Wiesen und Bäume werden mit zunehmender Dauer Bäume und der der Pflege zu wertvollen Biotopen. Gedüngt und gespritzt wird nicht. Vermarktung der Streuobstsorten ist ein zähes Geschäft: Das Obst ist zwar gesund, viel gesünder als die Marktsorten. Aber es alterniert – auf ein Jahr mit Vollernte folgt oft ein Jahr mit geringer oder keiner Ernte. Und die Obstsorten sind ihrem Wesen nach nicht alle gleichzeitig reif…. Mit dem Abwarten der Genussreife von sechs oder sieben Sorten ist der gegenwärtige Konsument überfordert. Er muss hier und jetzt verbrauchen können. Die alten Sorten mit dem hohen Polyphenolanteil haben ihren je eigenen Genußzeitpunkt, sie schmecken vielleicht ungewohnt kräftig, aber enthalten dafür auch Stoffe, die uns gesund erhalten.

Aus meiner Imkerei gewinne ich besten Honig, oft prämiert und sehr begehrt.
Inzwischen habe ich mein Handwerk Kindern an allen Grundschulen in Kohlscheid vorgestellt: Wir betreiben kleine Saison-Imkereien vom Frühling bis zum Hochsommer. In dieser Zeit können die Kinder alles unmittelbar mitverfolgen: Vom Wachstum der Völker, der Arbeit der Bienen bis zur Ernte des Honigs. Quasi nebenbei lernen die Kinder, Vorgänge in der Natur zu beobachten und einzuordnen; die kalten und regnerischen Tage im Frühjahr nutzen wir für den Bau von Wildbienen-Nistgelegenheiten, Singvögel-Nistkästen oder Futtervorrichtungen für den Winter.

In Kohlscheid habe ich Gewerbebetriebe mit großen Freiflächen dazu animiert, statt Rasen Blühflächen einzusäen, mindestens bis zur geplanten Bebauung. Dadurch ergaben sich am Rande der intensiv bewirtschafteten Flächen Biotope, die von zahlreichen Insekten und Vögeln angenommen wurde.

Was hat Sie inspiriert?

Inspiriert haben mich viele Menschen, die ich im Laufe des Lebens kennengelernt habe. In erster Linie solche, die die Notwendigkeit erkannt hatten, anders zu leben und zu wirtschaften, nicht alles dem Besitz- und Gewinnstreben unterzuordnen und die Welt für unsere Nachfahren zu erhalten.
Ein guter Anstoß waren die Ideen von E.F. Schumacher mit der Kernaussage „Small is beautiful“, abgeleitet daraus vielleicht das Konzept „lokal und nachhaltig“.

Was sind ihre schönsten Momente?

Am meisten begeistern mich die Kinder. Sie wissen viel, wollen achtsam sein, aber haben nur wenig Gelegenheit, dies auch umzusetzen. Ich möchte ihre Fähigkeiten stärken und „Erinnerungswissen“ schaffen.

Welche Herausforderung mussten Sie auf dem Weg meistern?

Herausforderungen? Ach, eigentlich keine. Wer etwas machen will, den lässt man gewähren. Schade nur, dass es nicht viele Nachahmer gibt.

Wie kann man Sie unterstützen oder selbst mitmachen?

Unterstützung brauche ich, ja, aber meistens nur punktuell. Ich würde mich über Nachahmer freuen.

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